Hamilton gewinnt in Australien
Was für ein verrücktes Rennen mit einem tollen Ergebnis für die deutschen Beteiligten! Hamilton gewinnt im McLaren-Mercedes vor Heidfeld und Rosberg.
Das erste Rennen der Formel-1-Saison 2008 bescherte den Fans ein spannendes und Action-geladenes Rennen, das mit einem Sieg von Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes endete. In einem Rennen, in dem nur sieben Autos (!) die Zielflagge sahen, machten Nick Heidfeld im BMW Sauber auf dem zweiten Rang und Nico Rosberg im Williams auf dem dritten Rang den perfekten Saisonstart aus Deutscher Sicht perfekt.
Auf dem vierten Rang folgte Fernando Alonso im Renault vor Heikki Kovalainen im McLaren-Mercedes, Rubens Barrichello im Honda, und Kazuki Nakajima im Williams. Formel-1-Neuling Sébastien Bourdais kassierte ob der zahlreichen Ausfälle trotz eines eigenen Ausfalls als Achter noch einen Zähler.
Bei heißen 37 Grad Celsius wurde am Sonntagnachmittag im Albert Park von Melbourne das erste Rennen der Formel-1-Saison 2008 freigegeben - und am Start ging es bereits richtig zur Sache. Nach einer Berührung zwischen Heikki Kovalainen und Felipe Massa bog der Brasilianer nach rechts ab und krachte mit der Nase in die Streckenbegrenzung, wobei er sich seine Frontpartie beschädigte und an der Box eine neue abholen musste.
Für Giancarlo Fisichella (Force India) war das Rennen vorzeitig zu Ende, er rutschte nach einer Kollision Ende Start und Ziel ins Kiesbett. Die Rennleitung sah sich wegen des Chaos' gezwungen, gleich das Safety Car auf die Strecke zu schicken.
Mark Webber (Red Bull), Sebastian Vettel (Toro Rosso), Kazuki Nakajima (Williams) und Anthony Davidson (Super Aguri) mussten neben Felipe Massa ebenfalls die Box aufsuchen, um sich Beschädigungen am Auto reparieren zu lassen. Sebastian Vettel musste sein Auto in der dritten Runde in Folge der Beschädigung abstellen. Lokalmatador Mark Webber konnte trotz rundenlanger Reparatur nicht mehr ins Rennen gehen.
Jenson Button (Honda) musste sein Auto nach einem Zwischenfall in der zweiten Runde mit beschädigter Hinterradaufhängung abstellen. Auch Anthony Davidson (Super Aguri) musste sein Auto in dieser Runde nach einer Kollision mit einer gebrochenen Radaufhängung abstellen.
Die Reihenfolge nach den ersten fünf Runden: Lewis Hamilton vor Robert Kubica, Heikki Kovalainen, Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Jarno Trulli, Rubens Barrichello, Kimi Räikkönen (der einen bombastischen Start erwischte), David Coulthard und Fernando Alonso auf dem zehnten Rang. Timo Glock 12. vor Adrian Sutil. Nicht mehr im Rennen: Mark Webber, Jenson Button, Anthony Davidson, Sebastian Vettel sowie Giancarlo Fisichella.
Nach den ersten zehn von 58 Runden hatte Hamilton 7,6 Sekunden Vorsprung auf Kubica, 9,1 auf Kovalainen, 14,0 auf Rosberg, 15,8 auf Heidfeld, 18,3 auf Trulli, 24,0 auf Barrichello, 24,5 auf Räikkönen, 27,5 auf Coulthard und 29,3 auf Alonso. Glock mit 44,1 Sekunden Rückstand auf Platz 12. Massa mit 53,7 Sekunden Abstand auf dem 16. Rang. Sutil musste sein Auto an der Box mit einem Hydraulik-Defekt abstellen.
Als Erster zum regulären Boxenstopp suchte Robert Kubica die Box in der 15. Runde auf, der damit in der Qualifikation seinen zweiten Rang mit einem etwas leichteren Auto herausgefahren hatte. In der 18. Runde hielt Lewis Hamilton zum ersten Mal an der Box an. Trulli folgte in Runde 20 an der Box und stieg dabei hektisch aus dem Auto aus. Rosberg und Heidfeld kamen einen Umlauf später gleichzeitig an die Box. Kovalainen tankte in Runde 21 auf.
Nach 25 Runden lautete die Reihenfolge: Hamilton 12,6 vor Kovalainen, 13,3 vor Räikkönen (ohne Stopp), 20,9 vor Kubica, 23,0 vor Heidfeld, 24,5 vor Alonso (ohne Stopp), 27,8 vor Rosberg, 45,6 vor Barrichello und 47,8 vor Glock (beide ohne Stopp).
In der 25. Runde war das Rennen für David Coulthard gelaufen. Felipe Massa riskierte am Ende von Start und Ziel ein Überholmanöver am Schotten. Dabei berührte Massa vorne links den Red Bull-Piloten, der dabei ausgehebelt wurde und in das Kiesbett rutscht. Um das völlig demolierte Auto zu bergen, schickte die Rennleitung erneut das Safety Car auf den Kurs. Ende der 29. Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.
Für Ferrari endete der Restart in einem Debakel: Während Felipe Massa auf dem siebten Rang ausrollte und sein Auto abstellen musste (Motor plötzlich ausgegangen), riskierte Kimi Räikkönen einen Angriff auf Landsmann Heikki Kovalainen, rutschte dabei von der Strecke und musste durch das Kiesbett fahren. Dadurch wurde der Finne vom dritten auf den zehnten Rang zurückgeworfen. Der amtierende Champion kam im Anschluss zum einzigen Boxenstopp.
Die Reihenfolge nach der Safety Car-Phase: Hamilton vor Kovalainen, Heidfeld, Rosberg, Barrichello, Bourdais, Kubica und Alonso. Glock Zehnter. Unterdessen mussten auch Nelson Piquet Junior (Renault) und Takuma Sato (Super Aguri) ihr Auto neben der Strecke abstellen.
Die Abstände nach 40 Runden: Hamilton 5,9 vor Kovalainen, 7,8 auf Heidfeld, 10,9 auf Rosberg, 20,5 auf Barrichello, 33,4 auf Bourdais, 34,2 auf Kubica, 34,6 auf Alonso, 40,5 auf Nakajima, 45,7 auf Glock und 48,1 auf Räikkönen.
Das schwarze Rennen von Kimi Räikkönen setzte sich fort: In Runde 42 versuchte er, an Timo Glock vorbeizukommen. Dabei geriet der Champion beim Anbremsen mit der linken Seite des Autos auf das Gras, drehte sich und musste seinen Weg aus der Wiese zurück auf die Strecke finden.
In Runde 42 suchte der Führende Hamilton zum letzten Mal die Box auf, einen Umlauf später Heidfeld. In der 44. Runde war das Rennen für Timo Glock gelaufen, der einen bösen Abflug hatte. Der Deutsche verlor die Kontrolle über das Auto und rutschte in die Wiese, wo er auf einer Unebenheit ausgehebelt wurde, in die Luft abhob und heftig auf den Boden krachte. Die Rennleitung schickte erneut das Safety Car auf die Strecke während Glock sichtlich mitgenommen erst einige Sekunden später ausstieg.
Unterdessen kam Rubens Barrichello während der Safety-Car-Phase zum Tanken an die Box, was zu diesem Zeitpunkt nicht erlaubt war - das verursachte eine 10-Sekunden-Zeitstrafe. Zu allem Überfluss gab der Lollipop-Mann zu früh das Zeichen zum Losfahren, obwohl der Tankvorgang noch nicht abgeschlossen war. Dabei wurde der Mann am Tankrüssel zu Boden gerissen.
An der Spitze änderte sich die Reihenfolge nach dem Boxenstopp von Kovalainen, der gezwungen war, nach Freigabe der Boxengasse während der Safety-Car-Phase an die Box zu kommen. Dadurch wurde Nick Heidfeld auf den zweiten Rang nach vorn gereicht, der just vor dem Safety Car an die Box gekommen war.
Die Reihenfolge beim Restart: Hamilton vor Heidfeld, Barrichello (noch vor 10-Sekunden-Strafstopp), Rosberg, Bourdais, Räikkönen, Kovalainen, Alonso, Kubica und Nakajima. Kubica musste sein Auto an der Box nach einer Kollision mit Nakajima beim Restart abstellen während sich Kovalainen an Räikkönen vorbeibremste und Alonso die Situation ausnutzte und in einem Rutsch an beiden Fahrern auf den fünften Rang vorbei ging.
Kimi Räikkönen hatte unterdessen mit einem Problem am Auto zu kämpfen - war rund fünf Sekunden pro Runde langsamer als die Konkurrenz. Die Rangfolge fünf Runden vor dem Ende des Rennens: Hamilton 5,1 Sekunden vor Heidfeld, 7,2 vor Rosberg, 12,3 vor Bourdais, 12,8 vor Alonso, 13,4 vor Kovalainen, 29,6 vor Räikkönen, 42,2 vor Barrichello und 88,0 auf Nakajima.
Vier Runden vor Schluss musste Kimi Räikkönen seinen Ferrari an der Box abstellen. Ein weiteres Auto mit Ferrari-Motor rollte zwei Runden vor Schluss aus: Sébastien Bourdais. Der Formel-1-Neuling hätte auf dem vierten Rang einen neuen Rekord aufstellen können - rollte jedoch mit einem Motorschaden aus - damit sahen nur sieben Fahrzeuge die Zielflagge!