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Grand Prix - Valencia 2009


Grand Prix Termin
(23/08/2009)

Streckenvorstellung
Fotos von diesem GP
Team-Stimmen
Streckenlänge
5.419 Km

Runden/Renndistanz
57 (308.883 Km)

Podium 2009
1. Barrichello
2. Hamilton
3. Raikkonen

Pole Position 2009
Hamilton (1.39.498)

Schnellste Runde 2009
Glock (1.38.683)




''Wie in alten Zeiten'': Barrichello siegt in Valencia!



Photo F1-Live.com

Zoom

Viele hatten ihn schon abgeschrieben, aber der dienstälteste Formel-1-Pilot aller Zeiten hat das Gewinnen noch nicht verlernt: Altstar Rubens Barrichello feierte heute in Valencia den zehnten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, den ersten seit Schanghai 2004, damals noch auf Ferrari - und anschließend flossen im Cockpit wieder einmal die Tränen!

Der Brawn-Mercedes-Pilot fuhr vier Wochen nach dem verhängnisvollen Zwischenfall am Hungaroring, wo eine Stahlfeder seines Boliden Felipe Massa schwer am Kopf verletzte, mit einem besonderen Helm: "Felipe - see you on track soon!" Und wer weiß, wie abergläubisch "Rubinho" sein kann, der weiß, dass er diesen Helm von nun an am liebsten gar nicht mehr abnehmen würde. In der Weltmeisterschaft machte er jedenfalls ordentlich Boden gut.

Nullrunde für die "roten Bullen"
Denn während Barrichello das Maximum von zehn Punkten auf sein Konto gutschreiben ließ und damit in der Gesamtwertung wieder auf Platz zwei vorrückte, wurde sein Teamkollege Jenson Button gerade mal Siebenter - und Red-Bull-Renault ging ganz leer aus: Mark Webber kam nach einer farblosen Vorstellung als Neunter ins Ziel, Sebastian Vettel schied mit Motorschaden schon in der 24. von 57 Runden aus.

Für den Deutschen war das Rennen aber im Grunde schon davor gelaufen: Nachdem er am Start einen Platz gegen Kimi Räikkönen (Ferrari) eingebüßt hatte, funktionierte beim ersten Boxenstopp die Tankanlage nicht. Vettel musste eine Runde später noch einmal reinkommen, fiel auf Rang 16 zurück - und war damit de facto ohnehin aus der Entscheidung raus. In der Weltmeisterschaft ist er nun mit 25 Zählern Rückstand nur noch Vierter.

"Wir waren in einer guten Position, aber leider ging beim ersten Stopp kein Benzin ins Auto. Später hatte ich dann schon wieder ein Problem mit dem Motor. Aber das Rennen war da eh schon vorbei", seufzte Vettel. Weil auch Webber die Kastanien nicht aus dem Feuer holen konnte, ärgerte sich Teamchef Christian Horner: "Das war einfach nicht unser Wochenende. Hoffentlich läuft es in einer Woche in Spa wieder besser!"

KERS am Start erneut ein Vorteil
Die spannendste Szene des 31 Grad heißen Nachmittags am Hafen von Valencia war der Start: Wie erwartet kamen Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen mit ihren McLaren-Mercedes-KERS-Raketen am besten weg. Weiter hinten schob sich Räikkönen dank KERS an Vettel und Button vorbei. Button, der schon in der Aufwärmrunde am Funk über Kupplungsprobleme geklagt hatte, kam zunächst gut weg, verlor dann aber auf halbem Weg zur ersten Kurve einige Positionen.

Etwas weiter hinten krachte es: Timo Glock (Toyota) und Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari) schnitten die erste Kurve innen ab, beim Rausfahren rasierte Glock Buemi dann den Frontflügel ab. Die herumfliegenden Teile trafen Debütant Romain Grosjean (Renault). Am Ende der ersten Runde musste dieses Trio an die Box kommen. Buemi schied später nach einem Dreher mit verdächtig viel Bremsstaub links vorne aus.

In Runde 16 eröffnete Hamilton die Boxenstopps. Eine Runde später kam Kovalainen, im 20. Umlauf dann auch Barrichello. Letzterer nutzte seine drei freien Runden gut und schnappte sich den ersten Silberpfeil, hielt den Rückstand auf Hamilton anschließend im Bereich zwischen drei und fünf Sekunden und hatte beim zweiten Boxenstopp die große Chance, die Führung zu übernehmen. Dank einiger schneller Runden wäre ihm das wohl so oder so gelungen.

Kommunikationsfehler beim Boxenstopp
Doch McLaren-Mercedes half nach, denn als Hamilton an die Box kam, lagen keine harten Reifen für den letzten Stint bereit! "Das war knapp, aber vielleicht hätte es auch ohne unseren verpatzten Boxenstopp nicht ganz gereicht", kommentierte Mercedes-Sportchef Norbert Haug die unglückliche Panne, und auch Hamilton nahm von Schuldzuweisungen Abstand: "Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen."

Im Nachhinein stellte sich heraus: Das Team dachte, der Fahrer würde noch eine Runde draußen bleiben, daher waren die Mechaniker nicht vorbereitet, als das Auto plötzlich vor der Garage stand. So hatte Barrichello im Finish leichtes Spiel: Der Routinier ließ nichts mehr anbrennen, brachte schlussendlich 2,3 Sekunden Vorsprung ins Ziel - und erhielt Lob von Teamchef Ross Brawn: "Das war fantastisch, Rubens - ganz wie in den alten Zeiten!"

Der 38-Jährige selbst freute sich wie ein kleines Kind: "Fantastisch! Das ist ein Wochenende, das ich nie vergessen werde. Mir ging so viel durch den Kopf, denn ich wollte heute für mich selbst, für mein Land, für meine Fans gewinnen - und natürlich auch für Felipe, der zu Hause in Brasilien zuschaut! Aber es war nicht nur ich, sondern auch mein Auto war einfach unwiderstehlich. Am liebsten würde ich hier bleiben und bis morgen durchfeiern!"

Kovalainen nicht siegfähig
Dritter wurde in einem wenig spektakulären Grand Prix von Europa Räikkönen, der beim zweiten Stopp noch seinen Landsmann Kovalainen überholte. Letzterer bekam in den Schlussrunden den Williams-Toyota von Nico Rosberg immer formatfüllender in den Rückspiegel, konnte die Position aber verteidigen. Rosberg fuhr heute ein blitzsauberes Rennen im Rahmen der Möglichkeiten seines Materials, schlug Lokalmatador Fernando Alonso (6./Renault) um 6,8 Sekunden.

WM-Leader Button, der in der Gesamtwertung immer noch 18 Punkte Vorsprung auf Barrichello hat, erholte sich nicht mehr von seinem schlechten Start, konnte das Potenzial seines Fahrzeugs im Verkehr nicht nutzen und wurde Siebenter. Immerhin ging er am Ende - genau wie Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team) - noch an Webber vorbei. Auffällig: Brawn fuhr zwei Stints auf harten Reifen, war aber auf weichen Bridgestones am schnellsten unterwegs.

Adrian Sutil (Force-India-Mercedes) lieferte sich zu Beginn ein heißes Duell mit den BMW Sauber F1 Team Piloten - Nick Heidfeld (11.) konnte er an der Box sogar überholen. Glock sah als 14. die Zielflagge und sorgte in der Schlussphase für hochgezogene Augenbrauen, als er in 1:38.683 Minuten wie aus dem Nichts plötzlich die schnellste Rennrunde in den Asphalt brannte! Insgesamt sahen 18 von 20 gestarteten Fahrzeugen die Zielflagge.

Badoer offensichtlich überfordert
Darunter übrigens auch Massa-Ersatzmann Luca Badoer, der den hohen Ferrari-Ansprüchen nicht gerecht werden konnte: Badoer fuhr von der ersten Runde an hinterher, fiel nach gutem KERS-Start durch einen Dreher wieder zurück, berührte beim Rausfahren aus der Box die weiße Linie, wurde dafür zurecht bestraft, drehte sich noch einmal und kam als 17. und Vorletzter ins Ziel. Schlechter war nur Kazuki Nakajima (Williams-Toyota) - mit Reifenschaden.

Rookie Grosjean ließ nach dem Pech zu Beginn phasenweise mit ordentlichen Rundenzeiten aufhorchen, während der zweite Lokalmatador im Feld, Jaime Alguersuari (Toro-Rosso-Ferrari), mit einer Runde Rückstand 16. wurde und sich darauf beschränkte, weitere Erfahrungen zu sammeln. Schon in einer Woche haben die Neulinge in Spa-Francorchamps Gelegenheit, diese Erfahrungen auf einer der schwierigsten Rennstrecken der Welt umzusetzen.

In der Weltmeisterschaft gibt es nun wieder eine Brawn-Doppelführung: Button hat sechs Rennen vor Schluss 18 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Barrichello, 21,5 auf Webber und 25 auf Vettel. Nur zwölf Piloten haben überhaupt noch theoretische Chancen auf den Titel 2009. Bei den Konstrukteuren liegt Brawn (126 Punkte) weiterhin vor Red Bull (98,5). Dahinter folgen Ferrari (46) und McLaren-Mercedes (41).



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