Heidfeld: "Ich würde mir das mal wünschen. Ich hatte im Winter richtig viel Spaß beim Fahren ohne die Traktionskontrolle. Ich glaube, seitdem sie abgeschafft wurde, hatten wir in noch keiner einzigen Session Regen. Es würde mit Sicherheit nicht nur für die Zuschauer, sondern für uns alle interessant sein zu sehen, wie es denn jetzt im Regen geht. Die Strecke wird dann nicht so einfach sein. Es sind schnelle Ecken dabei und einige lang gezogene Kurven. Bei Regenverhältnissen ist die Strecke hier recht selektiv."
Frage: "Es ist im Vergleich zu den früheren Grands Prix hier ein ganzes Stück weniger warm. Wie wirkt sich das auf die Arbeit mit den Reifen aus?"
Heidfeld: "Das ist eine ganz wichtige Frage, die auch wir jetzt zunächst einmal klären müssen. Das ist kaum vorherzusagen. Es ist gut möglich, dass es schwieriger sein wird, die Reifen auf Temperatur zu bringen - speziell die harten Reifen. Das ist wirklich eine Frage, die mich auch sehr interessiert. Ich kann sie aber jetzt eben noch nicht beantworten."
Frage: "Aber ihr habt doch sicherlich schon Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn ihr irgendwo hinkommt und es ist plötzlich etwas kühler, oder?"
Heidfeld: "Ja. Die Erfahrung zeigt, dass es teilweise ein Problem ist und manchmal eben nicht. Man kann es ganz schlecht einschätzen."
Frage: "Was ist so faszinierend an der Kurve acht?"
Heidfeld: "Sie ist einfach einzigartig. Das gibt es auch keiner Strecke der Welt. Zumindest nicht auf denen, die ich kenne. Im Kalender gibt es keine vergleichbare Kurve, die so schnell ist, so lang und eigentlich vier Scheitelpunkte hat. Man fährt sie aber nicht mit vier Apex, sondern - zumindest wenn es geht - in ein oder zwei Zügen durch. Die macht sehr viel Spaß. In den vergangenen Jahren wurde sie immer schwieriger, weil es immer welliger dort wurde. Aber das ist ja auch eine Herausforderung. Wir wollen mal sehen, wie es in diesem Jahr ohne Traktionskontrolle geht. Eigentlich ist eher bei langsamen Kurven das Fehlen der Traktionskontrolle ein Problem, aber wenn man Bodenwellen hat und kurz den Grip verliert, dann könnte das auch etwas schwierig werden."
Kurve acht - Achterbahn von Istanbul
Frage: "Ist die Kurve in irgendeiner Art gefährlich?"
Heidfeld: "Nein. Die Auslaufzonen sind an der Stelle sehr groß. Wir haben da schon einige Abflüge gesehen, wegen technischer Dinge oder wegen eines Fahrfehlers. Ich glaube aber, dass da noch nie einer eingeschlagen ist."
Frage: "Der Kurs hier wird linksherum befahren. Hast du deshalb dein Training intensiviert?"
Heidfeld: "Ja, ich habe mein Nackentraining etwas intensiviert. Ich habe das früher auch immer in Suzuka und ganz speziell in Interlagos so gemacht. Man merkt das linksherum fahren schon deutlich. Es ist zwar möglich, das in gewissem Sinne zu trainieren, aber das beste Training ist immer noch das Rennen. Manchmal geht es ganz gut, wenn man viel getestet hat, aber es gibt eben sonst nirgends eine solche Ecke wie die Kurve acht hier. Das geht schon auf den Nacken."
Frage: "Wie wichtig ist es für dich, vor dem Teamkollegen zu liegen?"
Heidfeld: "Das ist immer gleich. Das ist immer wichtig. Allerdings ist das im Moment etwas schwieriger für mich als in etlichen Jahren zuvor. Robert scheint gut mit dem Auto klar zu kommen. Er ist momentan schnell, aber ich denke, dass ich das noch hinbiegen kann."
Frage: "Heikki Kovalainen darf an diesem Wochenende fahren. Deinen Teamkollegen Robert Kubica hat die FIA im vergangenen Jahr davon abgehalten. Überrascht dich die Entscheidung?"