Heidfeld: "Wenn man die Zahlen gesehen hat, dann muss man ja sagen, dass der Unfall gar nicht so schlimm war. Er hat zwar brutal ausgesehen, aber war nicht so heftig. Deswegen hat mich diese Entscheidung nicht überrascht."
Mehr Leistung aus dem Motor
Frage: "Es war zu hören, dass man bei Ferrari auf irgendwelchen Wegen Leistungssteigerungen beim Motor erreicht hat. Wie geht so etwas?"
Heidfeld: "Das bin ich nicht gut genug informiert. Ich weiß, dass wir auch ständig daran arbeiten. Wir wollen dort auch Verbesserungen finden, zumindest in dem Rahmen, in dem man das darf. Es ist schon sehr beschnitten, aber wir haben unsere Motorleistung auch verbessert über den Winter. Wir arbeiten jetzt auch immer noch daran. Es geht um die Leistung auf der einen Seite, aber mit dem neuen Reglement geht es auch um die Fahrbarkeit. Wir sind auch immer im Bereich Spritverbrauch dran. Es ist nicht so, dass man da gar nichts macht, weil in dem Bereich das Reglement eingefroren ist. Es gibt immer noch in einem gewissen Rahmen Möglichkeiten, die man ausschöpfen kann."
Frage: "Wie seht ihr den aktuellen Vorsprung von Ferrari?"
Heidfeld: "Es war wahrscheinlich schon vor Saisonbeginn vielen klar, dass Ferrari am stärksten ist. Im ersten Rennen hat es eben nicht so geklappt, aber danach ist es so gekommen, wie man es erwartet hatte. Bei uns war nie Thema, warum die auf einmal so schnell sind. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir sogar noch weiter weg sind. Das war im Winter auch schwierig einzuschätzen, weil wir nie dabei waren. Man hörte immer nur von Fabelzeiten. So ist es dann zum Glück doch nicht."
Frage: "Jarno Trulli hat im Laufe der Woche erneut alle Fahrer aufgefordert, sich in der Fahrergewerkschaft GPDA zu engagieren. Wie ist deine Haltung dazu?"
Heidfeld: "Ich denke, je mehr Fahrer sich engagieren, umso stärker ist die GPDA. Wir haben ja schon viele Leute an Bord, es fehlen ja nur ein paar Leute. Es ist überhaupt gut, eine solche Einrichtung zu haben. Wir sind jetzt nicht so aktiv, wie wir einmal waren. Es gab Zeiten, da haben wir uns jedes Wochenende zusammengesetzt."
Frage: "Nach dem Unfall von Heikki Kovalainen in Barcelona gab es kritische Stimmen, weil es so lange gedauert hat, bis man ihn aus dem Auto herausgeholt hatte. Wird das Thema in der GPDA sein?"
Heidfeld: "Wir wollen erst einmal abwarten und mehr Hintergrundwissen beziehen. Wir werden Informationen vom Team und von Charlie (Whiting; Anm. d. Red.) bekommen und dann können wir diskutieren. Wenn man das jetzt ohne Hintergrundwissen betrachtet, erscheint es natürlich schon so, als hätte das alles viel zu lang gedauert. Aber wir wollen mal abwarten."
Lange Diskussion um Safety-Car-Regeln
Frage: "Du hast nach dem vergangenen Rennen die Safety-Car-Regeln kritisiert. Sprecht ihr zurzeit über die möglichen Konsequenzen?"
Heidfeld: "Ja, wir sprechen über mögliche Veränderungen der Regeln. Bisher gab es keinen Vorschlag, der perfekt war. Wenn es nach mir ginge, würden wir die alten Regeln einfach wieder einführen. Aber der allgemeine Gedanke ist wohl, dass es dann wieder zu gefährlich würde. Es ist ja immerhin im Sinne der Sicherheit unterwegs. Es soll nicht wieder zu diesen schnellen Fahrten in Richtung Boxengasse kommen und wir wollen auch nicht, dass auf dem Weg dorthin einer einen Unfall hat, wie es Fernando Alonso mal passiert ist."
Frage: "Werden die Regeln denn schon zum Rennen in Monaco geändert werden?"