Frage: "Herr Theissen, was erwarten Sie sich vom Rennwochenende in Istanbul und welche Problemfelder könnte es geben?"
Mario Theissen: "Ich rechne nicht mit Problemen, auch wenn wir durch die niedrigeren Temperaturen im Vergleich zum Vorjahr weniger Grip haben werden. Das trifft aber alle. Die Strecke selbst ist anspruchsvoll. Ich erwarte, dass wir im Vergleich zur Konkurrenz eine ähnliche Leistung bieten werden wie in den Rennen bisher. Ich sehe keine spezielle Streckencharakteristik, die uns bevorzugen würde."
Frage: "Wie weit ist das BMW Sauber F1 Team noch vom ersten Sieg entfernt?"
Theissen: "Ich weiß es nicht. In Sachen Performance ist Ferrari im Vorteil. Wir waren in den vergangenen beiden Rennen gleich stark wie McLaren. Es ist schwierig, unseren Rückstand zu beziffern, weil ich mir nicht sicher bin, ob Ferrari wirklich alles gezeigt hat, aber der Rückstand wird sicher geringer. Ferrari braucht auch einen starken Tag, um ein Rennen zu gewinnen. Ich hoffe, dass wir zur Stelle sind, wenn sie es einmal nicht auf die Reihe bekommen."
Weitere Verbesserungen geplant
Frage: "Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft. Wie zuversichtlich sind Sie, dennoch den fehlenden Schritt machen zu können?"
Theissen: "Genauso zuversichtlich, wie ich im Winter war, dass wir das Auto bis zum ersten Rennen hinbekommen würden. Wir haben für die gesamte Saison einige Verbesserungen in der Pipeline. Wenn die genauso gut funktionieren wie die, die wir bereits vorgestellt haben, dann sollten wir auf Kurs sein.
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Frage: "Sie waren bisher auf allen Strecken ähnlich konkurrenzfähig, aber Robert Kubica hat gesagt, dass euch etwas engere Strecken besser liegen müssten. Stimmen Sie dem zu?"
Theissen: "Es stimmt, dass wir in Barcelona speziell im engen dritten Sektor stark waren, aber das hängt ja auch vom Aero- und Chassissetup ab. Auf einer anderen Strecke kann das ganz anders sein. Für mich ist es noch zu früh, dazu etwas zu sagen."
Frage: "Die drei Topteams lagen bisher immer unglaublich eng beisammen und es gab im Rennen kaum Überholmanöver. Verleitet das dazu, im Qualifying eine etwas aggressivere Strategie einzuplanen?"
Theissen: "Das glaube ich nicht. Ich muss zugeben, dass ich mit kürzeren ersten Stints gerechnet habe, als wir sie im Moment sehen."
Frage: "Wäre es nicht einen Versuch wert?"
Theissen: "Laut unseren Strategen nicht. Ich sehe eine Entwicklung, dass mehr und mehr Teams ihre Autos nicht mehr für wenig Benzin abstimmen, was wir schon seit dem Winter nicht mehr tun. Wenn du nämlich halbwegs sicher bist, ins dritte Qualifying zu kommen, dann macht es überhaupt keinen Sinn, mit geringer Benzinlast zu trainieren."