Für FIA-Präsident Max Mosley brachen schwierige Zeiten an, als ein britisches Boulevardblatt seine Sexorgie in aller Öffentlichkeit darstellte. In wenigen Tagen wird die FIA in einer außerordentlichen Versammlung über die Zukunft Mosleys entscheiden, der in den vergangenen Wochen immer mehr Gegenwind und Kritik erhalten hatte. Bernie Ecclestone stellt sich nun hinter seinen langjährigen Wegbegleiter und rät ihm, selbst den Stecker zu ziehen und zurückzutreten.
"Das letzte, was die Menschen und Klubs in diesem Sport sehen wollen, ist eine Situation, in der Max dazu gezwungen werden könnte, zurückzutreten", sagte Ecclestone dem 'Telegraph'. "Ich will das nicht erleben müssen. Wir sind nun seit 40 Jahren befreundet. Nach all dem, was er für den Sport getan hat, könnte ich es nur schwer ertragen, wenn er gehen würde."
"Seit die Story an die Öffentlichkeit gelangt ist, stand ich unter enormem Druck der Leute, die in die Formel 1 investieren - sowohl Sponsoren als auch Hersteller. Sie haben klargestellt, dass sie als Geschäftsführer oder Person in verantwortlicher Position sofort oder, bei gleichen Umständen, innerhalb von 24 Stunden zurückgetreten wären. Sie können nicht nachvollziehen, warum Max das nicht getan hat."
"Max ist ein starker Mann", fuhr der Formel-1-Drahtzieher fort. "Wenn er einmal eine Entscheidung gefällt hat, dann steht er auch dazu. Er ist der Ansicht, dass es noch immer wichtige Dinge bei der FIA zu erledigen gibt.
In meinen Augen gibt es da eine Möglichkeit, diese Sachen zu tun und schließlich bei der FIA-Generalsversammlung im November zurückzutreten. Ich würde gerne an seiner Seite sitzen, um ihn bei diesem Vorhaben zu unterstützen."
"Er sollte aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Institution, die er vertritt, zurücktreten - das schließt auch die Formel 1 ein. Jeder Verantwortliche aus der Formel 1, mit dem ich mich unterhalte, ruft mir an und sagt mir, dass er gehen sollte. Schade, dass er diese Entscheidung nicht getroffen hat", fuhr Ecclestone fort. "Ich habe am Samstag vor den Veröffentlichungen mit ihm gesprochen. Er war der gleiche Max wie in den vergangenen 40 Jahren."
"Als ich von der Geschichte erfuhr, habe ich ihn sofort angerufen und ihm gesagt, wie sehr mir sein Unglück leid tut. Am Montag war er noch immer derselbe Max. Seit diesem Tag allerdings haben sich die Dinge für ihn verändert. Seine Fantasien haben rein gar nichts damit zu tun, was er für die FIA geleistet hat. Und er hat viele große Sachen gemacht, in seinen 16 Arbeitsstunden pro Tag", verwies der Brite auf das Engagement Mosleys.