Viel wurde in den vergangenen Wochen über die Krise von Nick Heidfeld - speziell im Qualifying - berichtet, doch eines vergisst man dabei meistens: Der BMW Sauber F1 Team Pilot liegt trotz allem an fünfter Position der Fahrer-WM, nur zwölf Punkte hinter dem Spitzentrio mit Lewis Hamilton, Felipe Massa und Kimi Räikkönen.
Wenn man bedenkt, dass er nach intensivem Feintuning des Setups und einer Anpassung des Fahrstils nun wieder voll attackieren kann, dann ist das Grund zur Zuversicht: "Trotz der großen Probleme liege ich nur zwölf Punkte hinter dem WM-Führenden. Und ich war in den letzten drei Rennen zweimal Zweiter. Obwohl es nicht optimal gelaufen ist, habe ich das Maximum herausgeholt, und das freut mich", erklärte Heidfeld.
Beim Barcelona-Test begann die Wende
Der Aufwärtstrend setzte beim Barcelona-Test vor Magny-Cours ein, in Magny-Cours selbst war er dann im Qualifying erstmals auf Augenhöhe mit Robert Kubica: "Das erste Mal das Gefühl, einen Schritt nach vorne gemacht zu haben, hatte ich beim Barcelona-Test", bestätigte der Deutsche. Aber: "Selbst nach Magny-Cours war ich mir nicht sicher. Ich bin da immer recht skeptisch und will das nicht einmal, sondern mehrfach bestätigt haben."
Inzwischen weiß Heidfeld, dass er den Dreh raus hat, denn auch gestern in Hockenheim war er vom Speed her gleich schnell wie sein Teamkollege.
Dass Kubica Siebenter und er selbst nur Zwölfter wurde, hatte zwei Gründe: Die erste schnelle Runde in Q2 hätte wegen eines Fehlers in der vorletzten Kurve um "zwei bis drei Zehntelsekunden" schneller sein müssen, in der zweiten verbremste er sich vor der Spitzkehre.
"Es ist eine blöde Situation, aber eine andere als noch vor ein paar Rennen, denn das Auto war heute nicht schlecht. Ich habe es selbst vermasselt", meinte der 31-Jährige. "Trotzdem bin ich nicht so betrübt wie vor einigen Rennen, als im Qualifying gar nichts zusammengelaufen ist. Da wusste ich nicht wirklich, woran es liegt, aber heute weiß ich es. Vom Potenzial her hätte es locker reichen können, denn ich war vom Speed her gut dabei."
Hoffen auf ein Regenrennen
Für das Rennen heute rechnet er sich daher durchaus noch Chancen auf ein paar Punkte aus: "Man kann hier wenigstens besser überholen als in Magny-Cours. Wir haben auch die Möglichkeit, den Sprit frei zu wählen, aber es ist natürlich trotzdem keine gute Ausgangsposition", so Heidfeld, dem ein Regenrennen wie zuletzt in Silverstone am liebsten wäre: "Ich würde mir Regen wünschen, aber danach sieht es im Moment nicht aus."