Frage: "Timo, vom Crash in Hockenheim zum Podium auf dem Hungaroring. Wie fühlt man sich?"
Timo Glock: "Einfach unglaublich. Ich konnte es kaum glauben, als ich sah, wie bei Felipe Massa drei Runden vor Schluss der Motor ausfiel und ich damit an zweiter Stelle lag. In den Schlussrunden setzte mich Kimi Räikkönen unter Druck, als ich nach dem letzten Boxenstopp mit den weicheren Reifen etwas zu kämpfen hatte. Wir wussten aus dem Freitagstraining, dass die weichen Reifen schwieriger sein würden."
"Ich hatte eine brauchbare Pace und lag neun Sekunden vor Kimi, das Team sagte mir aber, dass er eine halbe Sekunde pro Runde schneller war als ich. Ich versuchte einfach zuzulegen und konzentrierte mich darauf, die Reifen nicht zu ruinieren. Am Ende holte er mich ein, ich bin aber cool geblieben und habe dafür gesorgt, dass ich keine Fehler machte. Ich wusste aus der GP2, wie schwer in Budapest das Überholen ist, und in der Formel 1 ist es sogar noch schwieriger."
Stabiles Auto für gute Leistung
Frage: "Du hast dich in Ungarn als Fünfter qualifiziert, dein bisher bester Startplatz, und dazu dann das Podium. Wie erklärst du dir diesen Fortschritt?"
Glock: "In Hockenheim hatten wir im Rennen bis zu meinem Crash eine gute Pace und diese haben wir gehalten, als wir nach Budapest kamen. Der TF108 fühlte sich vom Freitag an wirklich gut an und es waren keine größeren Änderungen erforderlich. Er war einfach perfekt, jedenfalls bis zum letzten Stint mit den weichen Reifen, mit denen es etwas komplizierter wurde.
Für mich ist dies die erste volle Saison in der Formel 1, und schon nach der Hälfte stehe ich auf dem Podest! Ein tolles Gefühl - das war ein perfektes Wochenende."
Frage: "Du hast in der Eröffnungsrunde gleich nach dem Start den BMW von Robert Kubica versetzt und dich an die vierte Stelle gesetzt. Wie wichtig war das?"
Glock: "Ziemlich wichtig, wenn man bedenkt, wie die Dinge ausgegangen sind, weil Robert ein schweres Rennen hatte. Ich musste meinen Start verbessern, weil meine Reaktionszeiten in den ersten Rennen nicht perfekt gewesen waren. Dieses Mal ist der Start toll gelaufen. Und obwohl das Qualifying gut gewesen ist, hatte ich das Gefühl, dass ich eigentlich noch einige Plätze weiter vorn hätte stehen können."
"Im Q2 war ich der Zweitschnellste hinter dem Ferrari von Massa mit wenig Sprit, im Q3 hatte ich dann aber einige Probleme mit den Reifentemperaturen. Ich bin meine Bestzeit mit schon gebrauchten Reifen gefahren, da ich die Reifen für die erste fliegende Runde des letzten Runs nicht auf Temperatur bekam, weil Kubica auf der Out-Lap etwas langsamer war und ich zurückhalten musste. Ich habe auf der fliegenden Runde etwas Performance verloren, war am Ende aber mit Startplatz fünf zufrieden, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass ich schneller gewesen wäre als Robert."