Max Mosley bleibt nicht mehr viel Zeit in seiner letzten Amtsperiode. Für eine Wiederwahl steht der FIA-Präsident 2009 nach eigener Aussage nicht zur Verfügung. Für die restlichen Monate stehen gleichzeitig noch wichtige Entwicklungen in der Formel 1 - und auch im Rallye-Sport - auf der Agenda. Mosley will die Regeln für 2011 unter Dach und Fach bringen, die Kostensenkung durchsetzen, die Verträge mit Rechteinhaber CVC/Bernie Ecclestone ausarbeiten und die Privatteams in der Königsklasse überlebensfähig machen.
Nach dem Gerichtsurteil von London, welches den immer wieder aufkeimenden Nazi-Verdacht gegen Mosley endgültig widerlegte, kehrt der FIA-Präsident nun mehr und mehr zur Tagesordnung zurück. "Viele Leute haben gesagt, ich solle aufgeben. Ich war aber der Meinung, das solle die FIA entscheiden", sagte Mosley rückblickend im Interview mit 'Autosport'. "Es gab für mich nur eines: Wenn eine Mehrheit der FIA gesagt hätte, ich solle gehen, dann wäre ich gegangen. Es ist deren FIA, nicht meine FIA."
Mosleys und CVC auf Kuschelkurs?
Da Mosley bei der außerordentlichen Vollsammlung bestätigt wurde, blieb er logischerweise im Amt und führt seine Arbeit nun fort. Zum einen muss die Grundlage der heutigen Formel 1 stabilisiert und die Verhandlungen über ein neues Concorde Agreement sowie über die Beziehungen, Rechte und Pflichten im Zusammenspiel mit Rechteinhaber CVC vorangetrieben werden.
"Da sehe ich kaum Schwierigkeiten auf CVC und uns zukommen", so Mosley. "Sie haben nichts gefordert, was nicht irgendwie zu erfüllen wäre."
CVC hat nach Ansicht von Mosley nach einem ihm sehr gut bekannten Prinzip gehandelt: Sehr viel fordern, um viel zu bekommen. "Sie haben bezüglich des 100-jährigen Vertrages ein erstes Angebot gemacht und darin mehr gefordert, als sie sich zu bekommen vorstellen konnten. Das ist alles. Was sie sich nun im 100-jährigen Vertrag wünschen, kann man sicherlich alles erfüllen. Wir analysieren das gerade."
Mosley pocht vor allem auf den Verbleib eines Veto-Rechts im Falle eines Weiterverkaufs der Rechte. "Es ist nicht wirklich ein Veto, es ist etwas ähnliches wie ein Veto", erklärte der Jurist. "Wir können das nicht aufgeben. Es könnte jemand kommen und für ein komplettes Desaster sorgen. Wir können das allerdings aufweichen, wenn dafür im Gegenzug das Unternehmen weniger Einfluss auf die Abläufe bei einem Grand Prix ausüben darf."
Neues Regelwerk soll vorangetrieben werden