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Der Hockenheimring wurde im Jahre 1932 als zwölf Kilometer langer Dreieckskurs erbaut, da die Stadtväter von Karlsruhe Waldparkrennen verboten und sich die Motorsportfreunde somit einen neuen Rennort suchen mussten Diese war vorerst aber aus Kostengründen noch nicht asphaltiert. Am 29. Mai 1932 wurde als Eröffnungsveranstaltung auf dem damaligen Dreieckskurs das erste Motorradrennen gestartet.
Seine über Jahrzehnte hinweg charakteristische Ovalform erhielt der damals Kurpfalzring getaufte Kurs allerdings erst im Jahre 1938. Erst Mitte der 60er Jahre wurde dann das weltberühmte Motodrom gebaut, welches auch den Grundstein für das 1970 mit einer Länge von 6,786 Kilometern erfolgte F1-Debüt darstellte. Dieses konnte Jochen Rindt für sich entscheiden. Später wurden dann noch die aus dem alten Streckenlayout bekannten Schikanen eingefügt respektive diese immer wieder, wie etwa die Ostkurve, modifiziert, bevor die Strecke für das Jahr 2002 komplett umgebaut und für den heutigen Verlauf radikal verkürzt sowie verändert wurde.
Wie alt ist neu? Mittlerweile dürfte der umgebaute Hockenheimring nicht mehr als "neu" gelten. Aber da sich die alte Streckenführung mit den endlosen Waldgeraden in der Erinnerung der Fans unauslöschlich eingegraben hat, wird der verkürzte Hockenheimring dieses Etikett wohl noch Jahrzehnte mit sich herumtragen. Selbst die größten Traditionalisten müssen jedoch einräumen, dass sich der vom Team des deutschen Architekten Hermann Tilke gezeichnete Kurs bislang immer als Garant für packende Zweikämpfe erwiesen hat.
Besonders die Spitzkehre am Ende der leicht gebogenen Geraden "Parabolika" besitzt mittlerweile den Ruf, der beste Punkt für Ausbremsmanöver im gesamten Formel 1-Kalender zu sein. Auch die Bremszone vor der Mercedes-Arena und die Einfahrt ins Motodrom nutzten die Grand Prix-Piloten in den vergangenen Jahren gerne für Angriffe auf ihre Vorderleute.
Daneben bezieht die Strecke nach wie vor großen Reiz aus den widersprüchlichen Setup-Anforderungen für die schnellen Passagen und das langsame Motodrom. Auch wenn dieser Spagat nicht mehr so groß wie auf der alten Strecke ist, fahren die Teams noch mit mittlerem Abtriebsniveau, um auf der Geraden überholen oder ihre Position verteidigen zu können. Wegen der relativ flach gestellten Flügel rutschen die Autos in der Stadion-Sektion zur Freude der Fans deutlich mehr als in der modernen Formel 1 üblich und eröffnen Raum für Attacken.
Altgediente F1-Fans verbinden mit dem alten Hockenheimring das Jahr 1982 - damals schlug Nelson Piquet auf seinen Freund Eliseo Salazar ein, weil dieser ihn bei einer Überrundung aus dem Rennen gekickt hatte. 1994 überstand nur die Hälfte des Feldes die erste Runde, der Sieg ging an Gerhard Berger im Ferrari. Michael Schumacher schied mit einem Motorschaden aus.
Das Jahr 2000 brachte viele Emotionen und ein chaotisches Regenrennen mit sich. Jean Alesi hatte einen heftigen Unfall, ein Verrückter spazierte an der Strecke entlang und Rubens Barrichello gewann seinen ersten Grand Prix! Der Brasilianer weinte schon nach der Zieldurchfahrt und sorgte auch auf dem Siegerpodest für rührende Szenen.
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