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Der Große Preis von Ungarn ist eines der Küken in der F1-Welt, da er erst seit 1986 ausgetragen wird. Jünger sind im aktuellen F1-Kalender nur die modernen Tilke-Strecken wie Malaysia, Bahrain oder Shanghai die seit 1999 ihre Debüts gefeiert haben. Vor der Zeitrechnung der aktuellen Formel-1-WM wurde im Jahr 1936 in einem Park an der Stadtgrenze von Budapest ein Rennen ausgetragen. Sieger war Tazio Nuvolari mit einem Alfa Romeo.
Und in eben jener Metropole sollte eigentlich auch der Große Preis von Ungarn ausgetragen werden, bis man diese Idee aus Sicherheitsgründen verwarf und auf den Hungaroring auswich. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten östlich der Innenstadt und wurde seit 1986 mehrfach umgebaut. Für die Saison 2003 wurde die Streckenlänge von 3,975 Kilometern auf 4,384 Kilometer erweitert. Diese Variante ist der längste Hungaroring, den es je gab. Selbst die erste, von 1986 bis 1988 befahrene, Streckenführung maß nur 4,014 Kilometer.
Der erste Große Preis von Ungarn zog seinerzeit als Rennen hinter dem Eisernen Vorhang die Rekordkulisse von 260.000 Zuschauern an. Die ersten drei Jahre gehörten dabei den Brasilianern: Nach zwei Siegen von Nelson Piquet gewann 1988 Ayrton Senna im McLaren-Honda, 1991 und 1992 wiederholte er diesen Erfolg.
Der erste Eindruck täuscht: Aufgrund seines Layouts wird der Hungaroring oft und gerne mit dem eher despektierlichen Attribut "Mickey Maus"-Kurs versehen. Zwar verfügt der rund 20 Kilometer vor den Toren von Budapest gelegene Schauplatz des Ungarn-Grand Prix über eine äußerst winklige Streckenführung, wodurch sich auf dem 4,381 Kilometer langen Asphaltband kaum Überholmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig fallen die auf ihm erzielten Durchschnittsgeschwindigkeiten mit rund 180 km/h vergleichsweise gering aus.
Während Juan Pablo Montoya die Strecke an eine Kartbahn erinnert, ziehen andere einen Vergleich zu einem Amphitheater. Die Begründung dafür ist einfach. Schließlich ist die Strecke derart in die Landschaft eingebettet, dass die Zuschauer praktisch von allen Plätzen die Hälfte des durch ein kleines Tal führenden Parcours einsehen können. Wiederum andere vergleichen den Kurs mit dem legendären Fürstentum von Monaco. Schließlich geht es auch dort eng und winklig zu. Allerdings fehlen auf dem Hungaroring die berüchtigten Leitplanken.
Aber der Hungaroring hat nicht nur eine hohe Rundenanzahl sowie eine kurze Streckenlänge mit dem Traditionsrennkurs aus dem Fürstentum gemeinsam. Er teilt leider auch die wenigen Überholmöglichkeiten mit dem Jahreshighlight im Leitplankendschungel. So wird der Kurs unweit der ungarischen Hauptstadt nicht nur als "Monaco ohne Häuser und Leitplanken" bezeichnet, sondern verlangt er den Fahrern und Teams - ebenso wie das berühmte "Vorbild" - vor allem im Qualifying und beim Kampf um die Startposition einiges ab. Denn ohne einen guten Startplatz hat man keine Chance auf ein gutes Ergebnis.
Insgesamt zählt der Ungarn-GP mit seiner Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 km/h aber eher zu den langsamen Rennen. Dafür haben es die Kurven jedoch in sich. Der Schwierigkeitsgrad kann durchaus mit jenem von Monte Carlo verglichen werden. Demzufolge kommt auch weniger Wichtigkeit der reinen Motorleistung, den Bremsen oder der Aerodynamik zu, sondern stehen vor allem die Balance und der Grip im Vordergrund. Die Strecke selbst verlangt aufgrund der vielen und engen Kurven zusätzlich nach viel aerodynamischem Anpressdruck, um auch in den langsamen Kurven eine optimale Haftung erzielen zu können.
Das erste Rennen hinter dem Eisernen Vorhang gewann 1986 Nelson Piquet vor seinem Erzrivalen Ayrton Senna. 1993 holte sich Damon Hill hier seinen ersten GP-Sieg und 1997 hätte er beinahe das größte Wunder von allen vollbrachte: Nur wenige Kilometer fehlten ihm zum ersten und einzigen Arrows-Sieg der F1-Geschichte. Am Ende wurde er in einem strauchelnden Auto Zweiter. Der Sieg ging an seinen Ex-Teamkollegen und den späteren Champion Jacques Villeneuve.
2003 war wieder Debütsieg-Zeit: Fernando Alonso dominierte das Rennen und krönte sich zum jüngsten GP-Sieger aller Zeiten. Er fuhr 17 Sekunden vor Kimi Räikkönen über die Ziellinie und überrundete Michael Schumacher, dessen Bridgestone-Reifen ihr Waterloo erlebten. 2004 rächten sich die Japaner und Michael Schumacher fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Ein Jahr später stand Kimi Räikkönen ganz oben auf dem Podest. Während Ferrari das ganze Jahr strauchelte, wurde Alonso nur 11. - er beging einen seiner wenigen Fehler und hatte mit dem Sieg nichts zu tun.
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