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Im Samba-Takt über die Rüttelpiste: Obwohl das Autodromo Carlos Pace zu einem Großteil völlig neu asphaltiert wurde, verdient sich die Strecke ihren Beinamen "Waschbrett-Kurs" nach wie vor. Auf dem welligen Belag der 4,309 Kilometer langen Strecke werden die Formel 1-Boliden und ihre Fahrer kräftig durchgeschüttelt.
Der "Waschbrett-Kurs" von Interlagos verlangt aber nicht nur den Fahrern alles ab: Auch die Reifen benötigen eine hohe Leistungsfähigkeit um auf dem rauen Asphalt das Rennen durchzustehen. Ein besonderes Kennzeichen der Grand Prix Strecke von Interlagos ist das Faktum, dass sie zusammen mit dem 'Autodromo Enzo e Dino Ferrari' in Imola sowie dem neuen GP-Kurs in der Türkei die einzige Strecke im aktuellen F1-Kalender ist, welche entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren wird, weshalb sich einige Fahrer mit zusätzlichem Training der Nackenmuskulatur auf dieses schwere Rennen vorbereiten.
In puncto Fahrzeugabstimmung müssen auch die Ingenieure hohe Ansprüche erfüllen. Dafür sorgt neben dem welligen Streckenbelag zum Beispiel das Streckenlayout, das mit seinen langen Geraden und den vielen langsamen bis mittelschnellen Kurven gute Überholmöglichkeiten bietet. Gerade in den Biegungen vor den Geraden benötigen die Autos eine gute Fahrzeugbalance. Zudem weist die Strecke nur ein verhältnismäßig niedriges Grip-Niveau auf. Besondere Würze erhält die Suche nach dem optimalen Setup schließlich durch das teilweise unberechenbare brasilianische Wetter.
Die Strecke von Interlagos, was wörtlich übersetzt "zwischen den Seen" bedeutet, wurde 1940 eröffnet und war damals ungewöhnlich, weil sie neben einem lang gestreckten äußeren Bereich auch einen kurvenreichen Innenraum bot. Dem Namen entsprechend lag die Strecke damals zwischen den Seen weit außerhalb der Stadt, die inzwischen förmlich bis an die Leitplanken herangewuchert ist. Der Kurs liegt in einem natürlichen Amphitheater, weshalb die Rennfans von nahezu jedem Punkt aus die halbe Strecke einsehen können.
In den Jahren 1989 und 1990 wurde die Strecke dann umgebaut. Es entstand eine 4,309 Kilometer lange Strecke, die im Jahr 2000 stellenweise neu asphaltiert worden ist, um die auch klimatisch bedingten Asphaltschäden auszumerzen.
Seinen ersten Formel 1 Grand Prix erlebte der einstmals 7,96 Kilometer lange Kurs im Jahre 1973. Es siegte Lokalmatador Emerson Fittipaldi in einem Lotus-Ford. Nach acht Jahren Interlagos wurde der Große Preis von Brasilien dann allerdings auf der Strecke von Jacarepagua in der Nähe von Rio de Janeiro ausgetragen. Erst 1990 kehrte der Grand Prix auf das Autodromo Carlos Pace zurück. Benannt wurde der Kurs nach dem 1977 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen brasilianischen Rennfahrer Carlos Pace.
Das Rennen von 2001 wird den Fans immer für das Überholmanöver von Juan Pablo Montoya gegen Michael Schumacher in Erinnerung bleiben. Unter nassen Bedingungen passierte der Kolumbianer den Deutschen nach dem Restart, kurz bevor er mit dem Arrows von Jos Verstappen kollidierte und ausschied. Die 2003er Ausgabe ist ebenso unvergessen: Extreme Regenfälle veranlassten die Rennleitung dazu, das Rennen hinter dem Safety Car zu starten. In einem chaotischen Rennen, das wegen eines Unfalls von Mark Webber und Fernando Alonso vorzeitig abgebrochen wurde, ging Giancarlo Fisichella als Sieger hervor. Allerdings wurde er erst eine Woche nach dem Rennen als solcher bekannt gegeben - bis dahin wähnte sich Kimi Räikkönen als Gewinner des Chaos GP von Interlagos 2003.
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