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Der "Circuit de Nevers", seit 1991 Heimat des französischen Grand Prix, ist berühmt für seine Billardtisch-ähnliche Fahrbahndecke. Doch so sehr dies die Abstimmungsarbeit erleichtert, so sehr erschweren andere Merkmale die Arbeit von Piloten und Technikern. Der Asphalt reagiert zum Beispiel stark auf Temperaturänderungen. Selbst die kleinste Schwankung der Quecksilbersäule erfordert möglicherweise eine andere Reifenwahl und ein modifiziertes Setup.
Die ebene Fahrbahn-Oberfläche erlaubt bei der Abstimmung die Wahl der geringstmöglichen Bodenfreiheit und den Einsatz sehr harter Federn. In den lang gezogenen, oft sehr schnellen Kurven braucht ein Auto gute aerodynamische Effizienz und Stabilität bei schnellen Richtungswechseln. Obwohl diese Highspeed-Stellen über die Rundenzeit entscheiden, sollten die Boliden auch in den langsamen Ecken fahrbar bleiben. Seit der leichten Modifikation der Strecke im vergangenen Jahr sind Überholmanöver auch an anderen Punkten als der Adelaide-Haarnadel möglich, bleiben aber immer eine Herausforderung.
Der moderne Retortenkurs in der französischen Provinz bietet neben weitläufigen Auslaufzonen und guten Sicherheitsstandards auch zwei interessante Stellen zum Überholen. So ergeben sich für die Piloten bei der bis zu 11,4 Meter breiten Anfahrt zur Haarnadel Adelaide sowie auf der Bergab-Passage vor Start und Ziel sehr gute Überholmöglichkeiten.
Seit seiner Premiere 1950 wurde der französische Grand Prix bereits auf sieben verschiedenen Strecken ausgetragen, vor Magny-Cours waren dies Reims, Rouen, Clermont-Fèrrand, Le Mans, Le Castellet und Dijon-Prenois. Nur der Große Preis der USA wurde an mehr Orten ausgetragen - nämlich an insgesamt neun.
Der Frankreich Grand Prix von 1906 - ausgetragen in der Nähe von Le Mans - war seiner Zeit das erste Automobilrennen, das Großer Preis genannt wurde. Nach zwei Tagen und 1.238 Kilometern siegte der Ungar Franz Szisz auf Renault. Seit 1950 wird der Große Preis von Frankreich - mit Ausnahme von 1955 - in jedem Jahr ausgetragen.
1999 war das Jahr des Heinz-Harald Frentzen. Der Jordan-Pilot triumphierte in einem von wechselnden Wetterbedingungen geprägten Rennen. 2000 gewann Coulthard vor Häkkinen, obwohl der Finne sich im Titelkampf mit Schumacher befand. Dieser siegte in den beiden Folgejahren. 2002 sicherte sich Schumacher im 11. Saisonlauf in Magny Cours sogar vorzeitig seinen fünften Weltmeistertitel - damit zog er mit dem legendären Juan Manuel Fangio gleich.
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