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Die Formel 1 zeigt sich reif für die Insel: Gefragt nach ihren Lieblings-Veranstaltungen im Kalender, nennen die Protagonisten der Königsklasse des Motorsports immer wieder den Großen Preis von Kanada. Neben der anspruchsvollen Streckenführung des Circuit Gilles Villeneuve auf der mitten im St. Lorenz-Strom gelegenen "île de Notre Dame" schätzen die Fahrer und Teammitglieder vor allem die faszinierende Atmosphäre der frankophilen Metropole Montreal sowie die freundliche Art und die Lebensfreude ihrer rund 3,4 Millionen Einwohner.
Bei der Abstimmung der Boliden müssen Fahrer und Ingenieure eine Vielzahl von Besonderheiten des 4,361 Kilometer langen Kurses berücksichtigen: Denn die Strecke stellt sehr hohe Anforderungen an das Bremsverhalten, die Traktion, die Aerodynamik und die Motorleistung.
Vier langen Geraden - auf denen die Formel 1-Monoposti Geschwindigkeiten von bis zu 330 km/h erreichen - stehen zwei Spitzkehren sowie drei engere Schikanen gegenüber. Mehrmals pro Runde bremsen die Piloten aus hohem Tempo stark ab, um kurz danach wieder voll aus den engen Kurven zu beschleunigen. Ebenfalls ein Grund zum Bremsen können die am Streckenrand lebenden Murmeltiere sein. Da ist es kein Wunder, dass der Circuit Gilles Villeneuve als äußerst bremsenmordend gilt.
Eine der Schlüsselstellen des Kurses stellt die Schikane kurz vor Start und Ziel dar, für welche die Boliden innerhalb von nur knapp zwei Sekunden von weit über 300 km/h auf 100 km/h herunter gebremst werden müssen, um danach sofort wieder entlang der Start-/Zielgeraden voll zu beschleunigen. Wer hier einen Fehler macht, landet schneller als ihm lieb ist in der berüchtigten Wall of Champions.
Bevor der Kurs im Jahre 1978 sein Debüt in der Königsklasse des Motorsports gab, wechselten sich die Strecken in Mosport (nordöstlich von Toronto), wo am 27. August 1967 die Premiere des kanadischen Grand Prix stattfand, und Mont Tremblant als Austragungsorte des kanadischen Grand Prix ab. Seit besagtem Jahr findet der Große Preis von Kanada nun auf dem 1982 nach dem im gleichen Jahr tödlich verunglückten Vater des Ex-Weltmeisters Jacques Villeneuve benannten Kurs statt, der mitten auf der 'Ile de Notre Dame' im Sankt Lorenz Strom liegt. Besagter Gilles Villeneuve gewann im Jahre 1978 mit Ferrari auch das erste Rennen auf dieser Strecke und holte damit seinen ersten Grand-Prix-Sieg.
Das Tyrrell-Team fuhr in Kanada hingegen 1970 seinen ersten Grand Prix, und begann seine Geschichte mit einem Start aus der Pole Position (Jackie Stewart). Während im Jahre 1973 mit Ronnie Peterson, Niki Lauda, Emerson Fittipaldi, Jackie Stewart, Jean-Pierre Beltoise, Jackie Oliver, Peter Revson sechs verschiedene Spitzenreiter den GP anführten, fielen 1976 nur vier von 24 Startern aus. Bei Gilles Villeneuves erstem GP-Sieg 1978 betrug die Temperatur sogar nur knapp über 0 Grad. 1995 konnte der Franzose Jean Alesi genau an seinem 33. Geburtstag seinen ersten und einzigen Formel 1 Sieg in Montreal ergattern. In der Saison 2003 fuhren die ersten Vier des Rennens innerhalb von nur vier Sekunden über die Ziellinie.
2004 gab es wieder einen Ferrari-Doppelsieg von Schumacher vor Barrichello. Nach dem Rennen wurden sowohl BMW Williams als auch Toyota wegen illegaler Bremsbelüftungen disqualifiziert. In der Saison 2005 leistete sich Weltmeister Fernando Alonso seinen einzigen Fahrfehler: Er berührte die Mauer und schied aus. Zuvor hatte sich schon sein Teamkollege Fisichella mit einem technischen Defekt verabschiedet. Die Nutznießer fuhren in Silber: Sieg für Räikkönen, der die Führung von seinem Teampartner Montoya erbte. Er wurde nach dem Überfahren der roten Boxengassenampel während der Safety-Car-Phase disqualifiziert.
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