BMW Sauber begann die Saison 2006 als eigener Hersteller nachdem man das schweizerische Sauber Petronas Team gekauft hatte. Davor hatte BMW seine V10-Motoren in einer technischen Partnerschaft Williams zur Verfügung gestellt. Unter dem Namen BMW Williams hatte man in fünf Jahren zehn Rennsiege erreicht.
Doch anscheinend wurde man im BMW-Vorstand unruhig, da man keine Titelehren holen konnte und deswegen wurde Mitte 2005 verkündet, dass man Sauber Petronas übernehmen werde.
Nick Heidfeld stieß von Williams zu BMW Sauber und Jacques Villeneuve behielt seinen Vertrag, den er bei Sauber hatte. Mario Theissen blieb für die Motorsport-Aktivitäten bei BMW verantwortlich. Es wurde eifrig in Personal und auf der Ingenieurs-Seite, die von Willy Rampf geleitet wird, investiert.
Rampf war von 1989 bis 1993 bei BMW Südafrika tätig und als er zu Peter Saubers erstem Formel-1-Rennen in Kyalami 1993 eingeladen wurde, nutzte er sofort die Gelegenheit, sich dem Team als Renningenieur anzuschließen bevor er 1997 wieder zu BMW zurückkehrte, um das Paris-Dakar-Programm zu leiten. Zwei Jahre danach war er als Technischer Direktor wieder bei Sauber und als BMW das Team übernahm, war es wenig überraschend, dass der Bayer die Aufsicht über den F1.06 in BMWs erster Saison hatte.
Für BMW Sauber verlief die erste Saison recht ansprechend. 36 Punkte wurden eingefahren und man landete in der Konstrukteurs-Wertung vor Toyota auf Rang fünf.
Die Saison begann gut und Villeneuve und Heidfeld schienen ähnlich stark. Die beiden konnten regelmäßig in die Punkte fahren. Der Grand Prix von Deutschland wurde dann aber das letzte Rennen von Villeneuve für die Mannschaft. Er und das Management überwarfen sich wegen einer Kollision in der ersten Runde, die ihn und Heidfeld aus dem Rennen geworfen hatte.
Dadurch rückte Testfahrer Robert Kubica zum Einsatzfahrer auf und ermöglichte es dem Team, den recht unbekannten Formel-3-Fahrer Sebastian Vettel in den Testsitz zu hieven. Das funktionierte auch recht gut. Vettel beeindruckte mit guten Zeiten in den Freitags-Trainings und Kubica erwies sich als zukünftiger Star.
Heidfeld holte in Ungarn einen guten dritten Platz, aber für mehr Aufsehen sorgte Kubicas erster Podestplatz in Monza bei seinem erst dritten Rennen. Hätte man sich in China nicht bei der Reifenwahl vertan, hätte Kubica zweifellos noch einmal auf das Podium fahren können.
Nach einer beeindruckenden Debütsaison, bleibt das Team für 2007 größtenteils unverändert und wird versuchen, auf dem viel versprechenden Start in die Formel 1 weiter aufzubauen. Ziel wird es sein, regelmäßig auf das Podest zu kommen.