Ferrari fuhr bereits vor der Zeit der Formel 1 Rennen und als die Weltmeisterschaft wie wir sie kennen 1950 begonnen hatte, bewies sich Enzo Ferraris Mannschaft als treibende Kraft. Im ersten Jahr der WM konnte man noch keine Erfolge feiern, aber Alberto Ascari und Jose Froilan Gonzalez kämpften 1951 gegen die Alfa Romeo und Ascari verlor nur knapp im letzten Saisonrennen gegen Juan Manuel Fangio. Als der Dachverband die Regeln für Zwei-Liter-Motoren einführte war Ferrari bereit. Ascari dominierte die Jahre 1952 und 1953. Danach fiel man aber hinter Maserati und Lancia zurück als die 2,5 Liter-Regeln eingeführt wurden. Ende 1955 überholte man aber die Lancias wieder und 1956 holte Fangio im D50 drei Siege und gewann seinen vierten Titel. Im Jahr darauf wechselte er dann zu Maserati und ohne die Fahrkünste des Argentiniers konnte Ferrari keinen einzigen Saisonsieg holen.
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1958 brachte dann das neue Auto, der Tipol 146, der nach Enzo Ferraris Sohn "Dino" getauft wurde, Ferrari wieder nach vorne. Viele Fans glauben nach wie vor, dass Stirling Moss in diesem Jahr der rechtmäßige Weltmeister gewesen wäre, aber am Ende der Saison gewann Mike Hawthorne im Ferrari den Titel. In den folgenden beiden Jahren dominierte Cooper, aber 1961 kehrte Ferrari mit dem neuen 1,5 Liter Tipo 156 "Hai-Nase" an die Spitze zurück. Leider wurde das Team aber vom Schicksal gebeutelt als Wolfgang von Trips beim Grand Prix von Italien tödlich verunglückte. Phil Hill, der andere Fahrer des Teams, holte in weiterer Folge den Titel.
Der nächste, der für Ferrari den Titel holte war John Surtees 1964. Er wurde dadurch berühmt, dass er als einziger den WM-Titel auf zwei und vier Rädern gewonnen hat. 1966 wurden dann die Drei-Liter-Motoren eingeführt und wieder hatte Ferrari Probleme. Diesmal versuchte man den Rückstand auf den überlegenen Cosworth DFV aufzuholen, der 1967 gekommen war. In den folgenden acht Jahren fuhr Ferrari bestenfalls im Mittelfeld mit, vom eingeschränkten Erfolg von Jacky Ickx und einem Sieg von Clay Regazzoni beim Italien GP 1970 abgesehen.
1974 schloss sich der schnelle aber unerfahrene Niki Lauda dem Team an und nachdem er in diesem Jahr gegen Emerson Fittipaldi im McLaren verlor, sorgte er 1975 für Wiedergutmachung als er den Titel holte. Im Jahr darauf hätte er das wahrscheinlich wieder geschafft, wenn er nicht den beinahe tödlichen Unfall auf dem Nürburgring gehabt hätte. Den Titel verlor er aber nur um einen Punkt an seinen Teamkollegen James Hunt. 1977 konnte Lauda dann aber noch einmal den Titel für Ferrari holen. Zwei Jahre danach war es dann Jody Scheckter, der seinen Teamkollegen Gilles Villeneuve im Titelkampf besiegte und den Italienern den Titel brachte.
Gegen Ende der Saison überragte aber der Williams von Alan Jones die 312T4 von Ferrari und der T5 im Jahr darauf war ein Desaster. Die 1,5 Liter Turbo-Motoren tauchten schön langsam auf und Ferrari baute den unterlegenen 126C. Villeneuve holte damit aber in Monaco und Jarama eindrucksvolle Siege. Das Team stellte den britischen Designer Harvey Postlethwaite ein und das Design des 126C2 war 1982 eines der besten im Feld. Aber wieder einmal schlug das Schicksal zu. Gilles Villeneuve wurde bei einem Trainingsunfall in Zolder getötet und Didier Pironi verletzte sich in Hockenheim als WM-Führender. Obwohl Ferrari in diesem und dem folgenden Jahr den Konstrukeurs-Titel holte, ging die Fahrer-Krone an ein anderes Team.
Nach recht wenig Glück war Michele Alboreto 1985 wieder konkurrenzfähig, aber 1988 kam der Tot des viel geliebten Enzo im Alter von 90 Jahren. Deswegen konnte er 1990 auch nicht den hart ausgetragenen Zweikampf zwischen Alain Prost und Ayrton Senna miterleben, während dem Prost fünf Rennen gewann, am Ende aber unter kontroversen Umständen in Japan den Titel verlor.
Als Michael Schumacher 1996 zu dem Team stieß, waren die Tifosi zunächst nur mäßig begeistert. Viele sind aber überzeugt, dass er das Team wieder wachgerüttelt hat und mit der Hilfe von Jean Todt den Umschwung schaffte und die schwächelnde Mannschaft bis zum Jahresende wieder siegfähig machte. Mit fünf Siegen war Schumacher 1997 dann wieder in der Nähe des Titels, aber schließlich verlor er das Duell gegen Jacques Villeneuve, als er beim Saisonfinale in das Auto des Kanadiers fuhr. Danach wurden dem Deutschen alle Punkte der Saison aberkannt.
1998 waren dann die Hoffnungen der Tifosi auf den ersten Titel seit 19 Jahren endgültig wieder erwacht, aber wieder vertat Schumacher seine Chance beim Saisonfinale, als der F300 in der Startaufstellung stehen blieb. Auch im folgenden Jahr war McLaren-Mercedes dominant, doch Schumacher hielt dagegen. Ein Unfall beim Grand Prix von Großbritannien stoppte den Deutschen aber, da er danach mit einem gebrochenen Bein für mehrere Rennen ausfiel und erst bei den letzten beiden Rennen der Saison wieder dabei war. Sein Teamkollege Eddie Irvine hielt die Teamflagge hoch, aber er schaffte es nicht, Mika Häkkinen im Kampf um den WM-Titel zu besiegen. Ferrari holte sich aber die Konstrukteurs-WM.
Im Jahr 2000 wurden die Mühen dann endlich belohnt und nach einem sehr beeindruckenden Saisonstart in Australien holte Schumacher im vorletzten Rennen schließlich den Fahrer-Titel. Im folgenden Rennen wurde dann auch noch die Konstrukteurs-Krone eingefahren. 2001 war dann ein dominantes Jahr und Schumacher holte seine vierte Weltmeisterschaft im 13. von 17 Rennen. Durch diese Überlegenheit holte Ferrari auch den dritten Konstrukteurs-Titel in Folge.
2002 legten Schumacher und Ferrari dann sogar noch ein Scherflein nach. Der Deutsche holte seinen fünften WM-Titel im elften von 17 Rennen und bald darauf war auch der Team-Titel für Ferrari eingefahren. Schumacher und Ferrari verbesserten zahlreiche Rekorde und zusammen mit Rubens Barrichello wurden 15 Siege eingefahren.
Die Saison 2003 war dann nicht mehr ganz so überlegen, da die FIA einige neue Regeln einführte, die Ferrari und Schumacher ein wenig einbremsen sollten. Der Titelkampf dauerte dann auch bis zum letzten Rennen in Japan, aber schließlich wurden von Schumacher und Ferrari wieder beide Weltmeisterschaften eingefahren.
2004 sorgte die Kombination Schumacher und Ferrari dann wieder dafür, dass es kaum noch ein Superlativ gab, dass nicht strapaziert wurde. 15 Siege aus 18 rennen, 29 Podiumsplätze, 32 Plätze in den Punkten und nur zwei Defekte. Der Ferrari F2004 war ein beeindruckendes Chassis. Das sogar so sehr, dass es immer noch Siege einfuhr, nachdem die Entwicklung schon lange auf das 2005er-Auto konzentriert war.
Die Saison begann gleich perfekt, als Schumacher relativ ungefährdet vor Rubens Barrichello gewann. Danach sicherte sich der Deutsche die nächsten vier Grand Prix bis seine Siegesserie schließlich in Monaco gestoppt wurde als er im Tunnel mit Juan Pablo Montoya kollidierte. Die sieben folgenden Rennen gewann aber wieder alle Schumacher und ein gutes Ergebnis in Spa genügte ihm dann bereits, um den siebenten Titel zu gewinnen. Mit einem zweiten Platz hinter Kimi Räikkönen konnte sich der Kerpener diesen Traum erfüllen.
Doch danach endete die Dominanz von Ferrari und nach sechs Konstrukteurs-Titeln in Folge und fünf aufeinander folgenden Fahrer-Titeln für Michael Schumacher war auf einmal die Konkurrenz schneller. Die Titelverteidiger hatten eine schwache Saison und konnten nie wirklich etwas gegen Renault und McLaren ausrichten. Zudem hatte Reifenlieferant Bridgestone einige Schwierigkeiten, gegen die Pneus des Rivalen Michelin anzukommen. Das führte dazu, dass Schumacher nur ein Rennen gewann und das auch nur dann, als keine Michelin-Teams an den Start gingen. Abgesehen vom Geisterrennen in Indianapolis hatte Ferrari die ganze Saison schwer zu kämpfen und beendete die WM als Dritter.
2006 bäumte sich der Traditions-Rennstall aber wieder auf und Schumacher holte in Imola und auf dem Nürburgring zwei Siege in Serie. Danach siegte er noch in Indianapolis, Magny Cours und Hockenheim, womit Schumacher und Ferrari wieder voll im Kampf um die WM-Titel dabei waren.
Felipe Massa, der in der neuen Saison Rubens Barrichello ersetzt hatte, holte seine erste Pole Position und seinen ersten Sieg in der Türkei und Schumacher gewann danach in Monza und in China. Doch in Japan lösten sich Schumachers Titelträume in Rauch auf, als sein Motor im Rennen das Zeitliche segnete. Beim letzten Lauf der Saison in Brasilien dominierte Lokalmatador Massa und gewann zur Verzückung der zahlreichen Fans. Schumacher fuhr ein beeindruckendes Rennen nachdem er im Qualifying Probleme hatte und ihn bereits sehr kurz nach dem Start ein Reifenschaden zurückwarf.
Nachdem sich Schumacher in den Ruhestand verabschiedet und einige wichtige Persönlichkeiten das Team verlassen haben, wird sich die Mannschaft an neue Strukturen gewöhnen müssen. Kimi Räikkönen wurde als Teamkollege von Felipe Massa verpflichtet, womit auf der Fahrerseite genügend Qualität vorhanden ist. Hinter den Kulissen hat sich Ross Brawn zurückgezogen und wird durch Mario Almondo ersetzt. Stefano Domenicali übernimmt die Position des Sportdirektors.
Trotz der Umstellungen kann man von Ferrari für das nächste Jahr aber einiges erwarten, da die Formel 1 nur noch von Bridgestone ausgerüstet wird.