Nachdem man einige Jahre Benetton mit Motoren versorgt hatte, bekam Renault 2002 vom Vorstand grünes Licht, das Team zu kaufen und erstmals seit 1985 unter eigenem Namen anzutreten.
Renaults erster Vorstoß in die Formel 1 war 1977 und damit einhergehend kam die Einführung der Turbo-Motoren. Bei seinem Debüt in der offiziellen Meisterschaft (Renault fuhr vor der Einführung der WM schon einmal mit) qualifizierte sich der gelbe RS01 mit dem 1,5 Liter Turbo-Triebwerk und Jean Pierre Jabouille hinter dem Lenkrad in Silverstone auf dem 21. Platz. Das Rennen in Silverstone konnte Renault nicht beenden und man schied auch in den anderen vier Rennen in diesem Jahr aus, bei denen man angetreten war. Aber mit dem neuen Turbo-Motor hatte Renault eine neue Ära in dem Sport eingeleitet.
Die Mannschaft blieb bei dem damals unzuverlässigen Turbo-Aggregat und 1979 in Dijon holte Jabouille den ersten Sieg im RS11. Die Meisterschaft beendete Renault auf dem sechsten Platz. 1980 sollten weitere drei Siege folgen und als Alain Prost 1981 von McLaren kam, holte er in seinem ersten Jahr zwei von drei Siegen des Rennstalls.
1983 beendete Renault die Konstrukteurs-Meisterschaft auf dem zweiten Platz und Alain Prost verpasste den Titel im Kampf gegen Nelson Piquet im Brabham BMW nur um zwei Punkte. Prost wechselte im folgenden Jahr wieder zu McLaren und für Renault begann es, abwärts zu gehen.
Nachdem das Team 1984 Fünfter und 1985 Siebter geworden war, hatte es insgesamt an 123 Grand Prix teilgenommen und 31 Pole Positions sowie 15 Siege geholt. Als sich Renault vorläufig aus dem Sport zurückzog, hatte man noch nicht den Titel gewonnen und musste noch bis 2005 warten, um dieses Ziel zu erreichen.
1989 kehrte Renault als Motorenlieferant für Williams zurück. Man stellte dem Team den V10-Motor zur Verfügung und gewann zusammen mehrere WM-Titel. Später gelang das auch gemeinsam mit Benetton. 2002 kehrte dann Renault als eigenes Team in die Grand Prix Szene zurück nachdem man Benetton gekauft hatte.
Jenson Button blieb bei der Mannschaft und fuhr zusammen mit Jarno Trulli. Mit ein paar guten Vorstellungen während der 17 Rennen erreichte man den vierten Platz unter den Konstrukteuren. Danach entschied Teamchef Flavio Briatrore, Button 2003 durch den aufstrebenden spanischen Star Fernando Alonso zu ersetzen.
2003 beendete Renault wieder auf dem vierten Rang und Alonso holte in Ungarn seinen ersten Sieg. Für das nächste Jahr blieb die Fahrerpaarung gleich und Trulli holte in den Straßen von Monaco den Sieg bei dem prestigeträchtigen Rennen.
Es sollte aber eine Saison der gemischten Gefühle für Trulli werden, da er einerseits den einzigen Sieg des Teams holte, sich aber andererseits mit Briatore zerstritt und bereits vor Ende der Saison für Toyota unterwegs war. Als Ersatz für den Italiener wurde Jacques Villeneuve für die restlichen Rennen des Jahres verpflichtet, doch der Kanadier konnte nicht viel bewegen. Dennoch beendete Renault das Jahr einen Rang weiter vorne als die beiden Jahre davor und wurde in der WM Dritter-
2005 war dann das Jahr, in dem Flavio Briatores Pläne aufgingen. Mit dem effektiven R25 Chassis ausgestattet und Giancarlo Fisichella als Teamkollegen holte Fernando Alonso sieben Siege und sicherte sich den Fahrertitel vor Kimi Räikkönen. Beim Saisonfinale konnte Renault außerdem die langjährigen Rivalen von McLaren Mercedes im Kampf um den Konstrukteurs-Titel besiegen. Es hatte einige Zeit gedauert, aber schließlich hatte Renault das große Ziel erreicht. In weiterer Folge konnte man an den wichtigsten Leuten festhalten und 2006 in dominanter Manier beginnen.
Drei Siege zu Beginn der Saison zeigten den guten Speed des R26. Die Regeländerungen und der Wechsel auf die 2,4 Liter V8-Motoren taten Renault nicht besonders weh und zur Mitte der Saison sah es so aus, als ob die Titelrennen entschieden seien. Doch eine neue Regelauslegung trug dazu bei, dass Renault seine Masse Dämpfer verlor, die bereits Ende der Saison 2005 eingesetzt wurden. Diese Umstellung und ein Angriff von Ferrari sorgten dafür, dass der Kampf um die WM-Titel bis zum letzten Rennen fortgesetzt wurde.
Alonsos erste Saisonhälfte war beeindruckend - er gewann sechs der ersten neun Rennen. Doch etwas Pech und ein paar Fehler sorgten dafür, dass er danach nur noch ein Rennen gewann; das war dafür ein wichtiges. Beim vorletzten WM-Lauf in Suzuka war er punktegleich mit Michael Schumacher. Doch der Motor des Ferrari ging kaputt und Alonso konnte mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung nach Brasilien reisen, wo er sich den Fahrer-Titel holte und Renault die WM der Konstrukteure gewann.
Alonso wechselt 2007 zu McLaren. Giancarlo Fisichella konnte sich bislang nicht als regelmäßiger Rennsieger hervortun und Heikki Kovalainen, der im zweiten Auto sitzen wird, ist zwar ein zukünftiger Star, aber es ist unwahrscheinlich, dass er im ersten Jahr in der Formel 1 um den Titel mitfahren kann. Als Tester hat die Mannschaft das Nachwuchstalent Nelson Piquet Jr. verpflichtet und den erfahrenen Ricardo Zonta von Toyota geholt. Nach den Erfolgen mit Fernando Alonso könnte nun ein Jahr des Wiederaufbaus bevorstehen.