Toro Rosso betrat erstmals 2006 die Formel-1-Bühne nachdem das ehemalige Minardi-Team in den Besitz von Red Bull und des ehemaligen Formel-1-Fahrers Gerhard Berger übergegangen war. Zuvor war der Rennstall 21 Jahre unter dem Namen Minardi in der Formel 1 unterwegs gewesen. Zunächst von Giancarlo Minardi ins Leben gerufen, übernahm später Paul Stoddart die Mannschaft und obwohl man nie um Siege oder Titel mitfuhr, erlangte der Rennstall unter seinen zahlreichen Fans beinahe Kultstatus.
Beim belgischen Grand Prix 2005 verkündete Red Bull, dass man Minardi kaufen würde und am 1. November war die Übernahme schließlich perfekt. Franz Tost stieß von BMW dazu und übernahm die Leitung des Rennstalls und Red Bull stellte sofort klar, dass die Mannschaft in Italien sesshaft bleiben würde und vollkommen unabhängig vom Red Bull Racing Team geführt werden würde.
Als Fahrer wurden der Amerikaner Scott Speed und der ehemalige F3000 Champion Tonio Liuzzi verpflichtet. GP2-Fahrer Neel Jani übernahm die Rolle des Testers.
Trotz der versprochenen Unabhängigkeit vom Schwesterteam Red Bull Racing erinnerte der erste Toro Rosso stark an den RB1 von 2005. Mit einem drehzahlbeschränkten 3 Liter V10 Cosworth-Motor zeigte das Team eine ansprechende Leistung und konnte am Saisonende sogar regelmäßig Red Bull Racing in die Schranken weisen.
Die mangelnde Erfahrung der beiden Fahrer machte sich aber während der Saison mit zahlreichen Drehern bemerkbar. Nichtsdestotrotz machten Speed und Liuzzi einen guten Job. Speed war sogar drauf und dran in Australien den ersten WM-Punkt zu holen, doch ihm wurde der achte Platz aberkannt, da er bestraft wurde, nachdem er David Coulthard unter gelb überholt hatte.
Der extrovertierte Amerikaner bekam dann weitere Probleme mit den Stewards, weil er und Coulthard eine recht hitzige Debatte nach dem Rennen hatten. Der erste Punkt des Teams kam schließlich beim US Grand Prix und wurde durch einen achten Platz von Liuzzi eingefahren. Dieser eine Zähler genügte auch, um das Debüt-Jahr als Achter in der Konstrukteurs-Wertung abzuschließen.
2007 wird das Team mit V8-Motoren von Ferrari an den Start gehen und wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch die gleiche Cockpit-Besetzung haben.